Das sollte in der Hausapotheke für Familien nicht fehlen

Bei kleinen Notfällen in jeder Wohnung ist die Hausapotheke wichtig. Gerade, wenn Kinder im Haushalt wohnen, wisst ihr sicher, wie schnell kleine Unfälle passieren. Zack, ist das erste Knie aufgeschürft und nur wenig später klagen die Kleinen über ihre verstopfte Nase. An sich könnt ihr vieles aus eurer normalen Hausapotheke übernehmen, aber für Kinder solltet ihr nochmal einige Extras einplanen, denn nicht alle Medikamente sind für Groß und Klein geeignet. Hier erfahrt ihr, welche Bestandteile in eurer Hausapotheke nicht fehlen dürfen.

familienapotheke

So sollte eine Hausapotheke aussehen

Ihr müsst natürlich nicht extra ein Medizinschränkchen kaufen, wie man es in den Filmen oft sieht. Aber ihr solltet die Medikamente auf jeden Fall für Kinder unerreichbar aufbewahren. Dafür eignet sich ein abschließbares Schränkchen, aber auch eine abschließbare Schublade erfüllt ihren Zweck. Wichtig ist, dass ihr eure Medikamente getrennt von denen für eure Kinder lagert, damit es in der Hektik des Notfalls keine Verwechslungen gibt. Notiert auf den Packungen das Ablaufdatum, damit ihr euren Kindern keine abgelaufenen Medikamente gebt. Überprüft mindestens einmal jährlich, ob die Medikamente noch brauchbar sind! Abgelaufene Medikamente könnt ihr in der Apotheke abgeben, damit sie fachgerecht entsorgt werden.

Unerlässliche Dinge für die ganze Familie

Wie bereits erwähnt, gibt es einige Dinge, die auch in der Hausapotheke für einen Singlehaushalt nicht fehlen sollten. Entsprechend wichtig sind diese Dinge auch für das Zusammenleben mit Kindern. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Verbandsmaterial mit Schere und Pinzette: Zu schnell passiert es, dass man sich etwas aufschürft oder sich an etwas schneidet. Das passiert euch, und noch schneller passiert es euren Kindern beim Toben und Spielen. Größere Wunden solltet ihr auf jeden Fall steril verbinden. Habt daher auf jeden Fall ein paar einzeln verpackte Mullbinden und sterile Kompressen vorrätig.
  • Wunddesinfektionsmittel und Heilsalbe: Das Wichtigste für Wunden ist, dass sie gut desinfiziert werden, damit sie sich nicht entzünden. In der Apotheke könnt ihr euch Sprays kaufen, die nicht brennen. Aber auch Salben sind eine gute Lösung. Apropos Salbe: Wundsalben beschleunigen den Abheilungsprozess!
  • Weil jeder mal Fieber bekommt, solltet ihr auf jeden Fall ein Thermometer zuhause haben. So wisst ihr, wann ihr „nur“ erhöhte Temperatur habt, und wann ihr zum Arzt gehen solltet.

Spezielle Dinge für das Leben mit Kindern

In der Hausapotheke für Familien finden allerdings auch Dinge ihren Platz, die sich Erwachsene ohne Kinder sonst nicht unbedingt kaufen würden. Folgende Dinge solltet ihr für eure Kinder vorrätig haben:

  • Kauft spezielle Pflaster für Kinder. Die lassen die Kleinen den Schmerz nicht nur wegen der bunten Motive vergessen, sie sind auch viel weicher und sanfter zur Kinderhaut als Pflaster für Erwachsene.
  • Paracetamol ist ein super Wirkstoff gegen Fieber und Kopfschmerzen und vielleicht habt ihr es auch in Tablettenform bereits zuhause. Da Kinder Tabletten allerdings nur schwer schlucken können, solltet ihr für den Notfall spezielle, altersgemäß dosierte Zäpfchen oder Säfte zuhause haben.
  • Wenn eure Kinder unter Erbrechen oder Durchfall leiden, läuft ihr Körper Gefahr, auszutrocknen. Das kann unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden. Wichtig ist es daher, schnell zu reagieren, damit ihr das Problem in den Griff bekommt. Kauft auf Vorrat Pulver, mit denen ihr Elektrolytmischungen zubereiten könnt. Rührt die Mischung nach Packungsanweisung an und flößt euren Kindern die Lösung langsam ein. Wenn es euren Kindern zu salzig schmeckt, könnt ihr auch etwas Orangensaft untermischen.
  • Gegen Bauchschmerzen, Halsschmerzen oder sonstige kleinere Wehwehchen helfen spezielle Kindertees. Diese basieren auf Heilkräutern wie Fenchel oder Kamille, sind aber etwas milder als die „erwachsene“ Variante und werden daher auch von Kindern lieber getrunken. Der Tee sollte lauwarm sein und in kleinen Schlucken getrunken werden.

Was in der kalten Jahreszeit nicht fehlen sollte

Trockene Heizungsluft in Kombination mit der außen vorherrschenden Kälte werden schnell zu viel für das Immunsystem der Kinder. Schnupfen und Husten können die Folge sein. Dagegen wappnet ihr euch mit folgenden Dingen:

  • Nasenspray mit isotonischer Kochsalzlösung befeuchtet die Schleimhäute bei Schnupfen und verschafft Linderung.
  • Abschwellende Nasensprays befreien Nase und Nebenhöhlen. So unterstützen sie das Atmen und beugen auch Ohrenschmerzen vor. Erkundigt euch in der Apotheke nach altersgerechten Dosierungen für eure Kinder. Allerdings sollten Nasensprays nicht zu lange angewendet werden.
  • Hustensaft befreit die Bronchien und lindert den Hustenreiz. Die Säfte für Kinder schmecken meist sogar sehr lecker. Für ältere Kinder eignen sich auch leckere Lutschpastillen oder ein spezieller Balsam zum Einreiben.
  • Natürlich darf auch ein Vorrat an Taschentüchern nicht fehlen.

Eine gut ausgestattete Haushaltsapotheke kann euch bei Notfällen entlasten, da ihr die nötigen Medikamente nicht erst kaufen müsst, sondern sie sicher im Medizinschränkchen verstaut habt. Was in keiner gut ausgestatteten Haushaltsapotheke fehlen sollte, konntet ihr bereits oben lesen. Achtet bitte immer darauf, dass die Medikamente für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden. Außerdem solltet ihr stets das Haltbarkeitsdatum überprüfen. Dann kann euch kein Notfall mehr aus der Bahn werfen.

 

Der Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit der Stadtapotheke Sterzing in Südtirol. Herzlichen Dank an Dr. Walter Mair.

Autorenbeschreibung:
Dr. Walter Mair betreibt bereits seit 2003 die erfolgreiche Stadtapotheke Sterzing in Südtirol. Der Erfolg des Unternehmens wird durch ein Team aus kompetenten Mitarbeitern bestimmt, dem hervorragenden Service sowie durch qualitativ hochwertige Produkte.

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