Zu jung um Mutter zu werden? Wieso die Zahl im Personalausweis unwichtig ist

Seitdem ich denken kann war für mich klar, dass ich nicht vor meinem dreißigsten Geburtstag Mutter werden möchte. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass man sich komplett ausleben muss, mit einem Mann jahrelang zusammen sein muss, ein Auto haben muss, ein Haus besitzen muss und natürlich verheiratet sein muss. Es war für mich unglaublich leichtsinnig einfach so ein Kind zu bekommen. Eins kann ich Euch sagen: ich war keine dreißig, wir hatten kein Auto und wir waren nicht jahrelang zusammen – aber wenigstens kannten wir uns schon etliche Zeit :-)

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Jeder Mensch hat eine andere Zahl vor Augen wenn es darum geht bis wann man eine junge Mutter ist. Ich persönlich empfand mein Alter bei der Geburt von Aric jung, sogar sehr jung – ich war 25 Jahre alt. Manche sagen jetzt „Was stellt sie sich so an? Ich kenne andere Mütter die haben da schon drei Kinder“ oder „25 ist das perfekte Alter“. Für mich war dieses Alter viele Jahre nicht im Geringsten perfekt. Aber Ansichten ändern sich und meistens läuft nicht alles nach Plan – zum Glück! Aric ist nämlich ein hundertprozentiges Wunschkind und die Entscheidung habe ich mit vierundzwanzig getroffen. Sehr weit entfernt von der dreißig.

Leider wurde man gerade von seiner Umwelt nicht als erwachsene Schwangere wahrgenommen, auch wenn angeblich viele das Alter von Mitte zwanzig als perfekt wahrnehmen. Den Rest hat mein jüngeres Aussehen dazu beigetragen – argwöhnische Blicke und kein zuvorkommen von Mitmenschen. Werde ich automatisch eine schlechte Mutter, nur weil ich „jung“ bin? Habe ich genug Lebenserfahrung um mit offenem Blick ein Kind zu erziehen? – Diese Fragen stellt sich jede Mutter – ob 18, 25 oder 35. Ein perfektes Alter kann es für niemanden geben, jeder ist in einem anderen Lebensabschnitt bereit für ein Kind.

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Das Erste was ich von meinem Umfeld hören musste, war ob ich mir denn wirklich sicher bin jetzt schon ein Kind bekommen zu wollen. Da ich auch erst ein Jahr mit meiner Ausbildung fertig war und ich meinen Arbeitgeber erst vor kurzer Zeit gewechselt hatte. Willst du deinen Chef so hintergehen, du wurdest gerade Wochenlang eingearbeitet? Eine der Fragen die ich mir stellen musste. Der erste Satz zu meiner Schwangerschaft von meinem Frauenarzt war nicht das herkömmliche „Herzlichen Glückwunsch, sie sind schwanger’, sondern es wurde zu einer Frage umformuliert: „Darf ich gratulieren? War das geplant?“ Puh – da fängt man an ein wenig zu wackeln – sieht das jetzt jeder so? Auf drängen aller Personen bin ich zu einem dieser Schwangerschaftskurs, der an einem Wochenende durchzuziehen ist, gegangen. Natürlich war ich die Jüngste, was auch sonst. Die meisten Frauen und Männer in diesem Kurs waren mindestens fünf Jahre älter als wir und genauso wurden wir auch beäugt. Da ich eine von diesem Schwangeren war, die sich gegen eine Hebamme entschieden haben, wurde ich noch mehr von meinen Mitmenschen ermahnt. Wie ich so unverantwortlich sein kann, alle Mütter brauchen eine Hebamme. Ohne sie kommt man gar nicht zurecht die ersten Tage, man ist so gut wie verloren. Kein Vertrauen mir gegenüber und belächelnde Blicke. Und heute? Ich habe alles komplett mit meinem Mann gemeistert. Ich stille meinen Sohn im neunten Monat immer noch ohne Probleme. Er ist körperlich und mental fitter als jedes andere Kind in seinem Alter, das ich kenne. Natürlich gibt es Mütter auf die das Altersklischee passt. Aber ich kenne einige Mütter Ende zwanzig/ Anfang dreißig die komplett überfordert sind oder jedes Wochenende feiern gehen. Wiederum kenne ich noch viel jüngere Mütter als ich es bin, die manche Situationen besser meistern und Geduldiger sind als meine Wenigkeit.

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25 ist für mich immer noch ein junges Alter – ich hätte keinen Tag früher Mutter werden können. Trotzdem ist es das schönste Gefühl auf der Welt, sein eigenes Baby im Arm zu halten und das empfindet ein Großteil aller Mütter genauso – obwohl sich das gesamte Leben ändert. Gerade unsere Generation will ewig jung bleiben und lebt nach dem Motto: dreißig ist das neue zwanzig. In manchen Momenten vermisse ich dieses lockere und leichte Leben ein ganz kleines bisschen. Festivals, feiern gehen, Kinobesuche – einfach aus dem Haus gehen ohne sich Gedanken machen zu müssen. Und dann brauche ich mir nur meinen wunderschönen Jungen anzugucken und weiß: es war der perfekte Zeitpunkt Mutter zu werden und ich würde alles genauso wieder tun.

Eine gute Mutter misst sich nicht am Alter – sondern an ihren Erfahrungen und der Liebe die sie ihrem Kind weiter geben kann. Was mir am besten gefällt seitdem ich Mutter bin? Ich muss überlegen wie alt ich bin – denn jetzt zählen wichtigere Dinge in meinem Leben als eine Zahl.

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One thought on “Zu jung um Mutter zu werden? Wieso die Zahl im Personalausweis unwichtig ist

  1. Ich denke, dass das Alter überhaupt keine Rolle spielt, da jeder Mensch sich unterschiedlich schnell entwickelt und auch unterschiedliche Ziele verfolgt. Ich bin selbst mit 22 Mutter geworden und habe nebenbei mein Studium abgeschlossen. Klar, man braucht dann auch die Hilfe des Partners, aber zusammen kann man das durchaus gut schaffen!

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